Krankenversicherung

10.06.2015

Neues Gesetz soll bessere Versorgung von Kassenpatienten bringen

Der Deutsche Bundestag hat heute das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (Versorgungsstärkungsgesetz) beschlossen. Es soll Kassenpatienten viele Vorteile bringen – von kürzeren Wartezeiten auf Facharzttermine bis zur Zweitmeinung vor einer Operation. Die Stiftung Warentest beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Gesetz.

Binnen vier Wochen erhalten Patienten künftig einen Facharzttermin. Deshalb müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen Terminservicestellen einrichten. Das kann zwar noch bis Januar 2016 dauern, aber bereits jetzt haben rund 50 Krankenkassen einen Facharzt-Terminservice, der telefonisch einen Termin vermittelt.

Das Gesetz fördert in Regionen, in denen eine Unterversorgung droht, Praxiseröffnungen. Dafür gibt es Geld aus einem Fonds, der von Ärzten und Krankenkassen finanziert werden soll. Auf der anderen Seite müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen Arztpraxen abbauen, wenn ihre Zahl in einer Region den Bedarf um 40 Prozent übersteigt und der bisherige Praxisinhaber in den Ruhestand geht. So soll vermieden werden, dass sich junge Ärzte in überversorgten Regionen ansiedeln. Fraglich ist jedoch, ob eine Überversorgung geringer wird, wenn sie bei 40 Prozent festgeschrieben ist.


Krankengeld gibt es künftig ab dem Tag der Krankschreibung und nicht erst ab dem folgenden. So sollen Zahlungsunterbrechungen bei längerer Krankheit vermieden werden.

Nach einem Krankenhausaufenthalt dürfen jetzt auch Krankenhausärzte Rezepte ausstellen und den Patienten bis zu sieben Tage krankschreiben.

Weitere Informationen zum neuen Gesetz sind unter www.test.de/vsg abrufbar und erscheinen auch in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 17.06.2015 am Kiosk).